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Bericht Erstrundenspiel DFB
Pokal 2007/2008
1. FC Eisern Union Berlin SG Eintracht Frankfurt
Wie wohl den meisten Adlerträgern fand ich großen Gefallen
an den Ansetzungen zu Beginn der neuen Saison, die uns eine Berliner
Woche bescherten.
Speziell die Auslosung des Spiels bei Eisern Union an der
alten Försterei in Berlin-Köpenick konnte getrost in die Kategorie
machbar und reizvoll eingeordnet werden.
So reiste ich denn am frühen Sonntagmorgen per ICE nach Berlin, übrigens
gleichzeitig mit einigen anderen Eintrachtlern u.a. unserem
Hofmusikant Gerre von Tankard, für den Berlin ebenfalls immer eine
Reise Wert sein dürfte.
Schon 1-2 km vorm Stadion dann die unvermeidlich zahlreichen Eisernen,
ungefragt, freundlich und inhaltlich korrekt: Ihr wollt ooch zum Spiel,
waa? Na Ooswärtsfans denn ma links hinten vor der Wuhlebrücke.
Vorbei an den Mannschaftsbussen der grünweißen ging es dann
durch relativ entspannte Sicherheitschecks zum ersten Bratwurststand.
Zur fetttriefenden aber vergleichsweise frisch wirkenden Bratwurst mußte
Senf her. Zögerlich näherte ich mich einem Eimer mit einer hellgelbgräulichen
dickflüssigen Masse. All meinen Mut zusammennehmend sprühte
ich ein klein wenig auf die alleräußerte Ecke meines Mahls.
Mein Stirnrunzeln wich und verklärte sich zu einem breiten Grinsen.
Umgehend machte ich mich zum Ausschankwagen Nr. 8 mit der Aufschrift:
Berliner Kindl.
Kurt und seine Kollegen zapften professionell und schnell und konnten
dabei noch Witze reißen. Ich bedankte mich höf und herzlich
für ein kühles frisch gezapftes Bier, überreicht von einem,
der etwas davon versteht.
Das Stadion vermittelte nicht nur durch die überwiegend dachlosen
Plätze und den Stadionsprecher, der zugleich als Anzeigetafel fungierte
einen traditionellen und authentischen Eindruck. Jene Authentizität,
die vielen Westvereinen mit ähnlichem Hintergrund schon längst
abhanden gekommen ist. Siehe Schalke 04 !
Das Spiel begann wie ein Erstrundenpokalspiel eben so beginnt. Die unterklassige
Heimmannschaft will Ihren zahlreich erschienen Fans etwas bieten und sich
keinesfalls die Butter vom Brot nehmen lassen. Erschwerend hinzu kam,
daß sich schon bald herausstellte, daß unsere Abwehr ohne
Vaso und Soto löchrig wie ein Emmentaler Käse ist.
Wir waren darum wohl alle sehr erleichtert, daß unser allererster
Angriff direkt zum Tor durch den erfreulich stark aufspielenden Alex Meier
führte. Völlig unverständlich, daß die unsrigen nicht
versuchten den Sack baldmöglichst zuzumachen, sondern den Gegner
weiter spielen ließ. Folgerichtig kam es zum nicht unverdienten
Ausgleich, der die Eisernen Fans zudem wieder aufweckte.
Unser Hauptmann von Köpenick auch Martin Stein genannt,
hatte alle Stimmbänder voll zu tun, um gegenzuhalten und schließlich
zu übertrumpfen. Unser zweites Tor - wiederum durch Meier erzielt
- haben wir eigentlich Martin zu verdanken.
Nach der Pause spielten Unsere deutlich konzentrierter, was den Gegner
allerdings nicht daran hinderte, weiterhin alles zu versuchen. Daran änderte
auch das 1:3 durch erneut Meier rein gar nichts. Tapfer, tapfer!
Erst das 1:4 durch unseren ansonsten leider sehr unglücklich agierenden
Kapitän erlöste uns dann endgültig und zwang den Stadionsprecher
alias Anzeigetafel zur minutenlangen Suche nach der - zu Spielbeginn nicht
für möglich gehaltenen - Gäste 4!
Neben den guten Leistungen von Meier, Mahdavikia, Pröll und natürlich
Martin Stein ermutigte vor allem, daß viele unserer wesentlichen
Titelkonkurrenten wie Werder, Stuttgart und die Bayern noch erheblich
mehr Probleme mit ihren Erstrundengegnern hatten.
Der Ausflug nach Berlin-Köpenick machte Lust auf mehr, auf viel mehr,
auf eine weitere Reise nach Berlin !
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