Am Sonntag nach
dem Spiel gegen Leverkusen erklärten mir die Mädels von
F&T, sie würden in Kopenhagen leider nicht dabei sein können.
Um eine möglichst lückenlose Berichterstattung der Eintrachtspiele
auf fotos-und-texte.de gewährleisten zu können, musste ich
mich also selbst um eine Karte bemühen. Am Montag gegen 11:00
Uhr schaute ich mit nicht gerade übertriebenem Optimismus ins
Eintracht-Forum und fand dort ein keine halbe Stunde zuvor eingestelltes
Angebot vom EFC Griesheim: Karte, Fahrt und eine Übernachtung
für insgesamt 240 Euro. Das hörte sich ja gut an, manchmal
ist man zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Sofort gemeldet, erleichtert
festgestellt, dass die Karte noch da ist, gebucht und anschließend
nach Urlaub gefragt (Prioritäten müssen ja gesetzt werden,
aber mein Chef ist da recht kulant).
Mit dem Nachtzug ging es am Mittwoch Abend nach Kopenhagen, so dass
wir Donnerstag noch ausgiebig Zeit hatten, die Stadt anzuschauen.
Und man konnte schnell feststellen: alles in Frankfurter Hand! Überall
begegneten einem fröhliche Menschen in Schwarz-Weiß-Rot.
Was noch auffiel, war die unglaubliche Menge an hübschen Frauen.
Noch heute ist es mir ein Rätsel, in den beiden Tagen gegen keinen
einzigen Laternenmast gelaufen zu sein, so oft wie ich beim Laufen
irgendwelchen Frauen hinterherblickte. Ich wollte nicht, es waren
einfach nur natürliche Instinkte. Ein Kollege von mir ist unlängst
zur Nationalbank Dänemarks gewechselt, so langsam wird mir auch
klar warum. Ich sollte mich da vielleicht auch mal umschauen.
Im Hafenviertel traf ich dann überraschend doch die F&T-Redaktion.
Sogleich versuchte ich, guten Eindruck zu schinden, indem ich erklärte,
ich sei extra wegen eines Berichts für die Seite nach Kopenhagen
gereist. Aber der sei ja nun nicht mehr notwendig... Falsch gedacht,
ich wurde trotzdem verdonnert (wer kann diesen Frauen schon einen
Wunsch abschlagen?). Na gut, habe ja auch lange nichts mehr geschrieben.
Das Spiel war durch das frühe Tor von Vasoski recht bald gelaufen;
es war klar, dass die Dänen wohl keine sechs Tore schießen
würden. So konnten die zahlreichen Eintrachtfans sich bald ausschließlich
aufs Feiern konzentrieren. Noch eine knappe Stunde nach Abpfiff war
die Frankfurter Kurve voll und feierten die Mannschaft, die dies sichtlich
genoss. So etwas Fantastisches habe ich noch nie erlebt.
Ein wenig überschattet wurde die Stimmung leider durch einen
unschönen Vorfall. In der Kurve ging ein Feuerwerkskörper
los, der richtig laut war; ich war ca. 30 Meter entfernt und mir taten
noch die Ohren weh. Ein Fan hatte offensichtlich etwas Ernsthaftes
abgekommen, er wurde von den Ordnern aus der Kurve getragen. Gute
Besserung an dieser Stelle! Mir fehlt absolut das Verständnis
für so eine Scheiße. Ohne Näheres zu wissen schätze
ich, dass der Täter nicht gefasst worden ist. Verdammt, wenn
so jemand so ein Teil zündet, da kriegen das doch mindestens
4-5 Leute mit. Solche Schwachköpfe zu decken hat nun wirklich
nichts mit Solidarität zu tun.
Obgleich Kopenhagen im Vergleich zu Frankfurt ein eher teures Pflaster
ist, wurde der Abend im Irish Pub sehr lang. So konnte ich mich am
Freitag zu keiner längeren Stadtbesichtigung mehr aufraffen und
verbrachte den Großteil des Tages in einem Park. Besichtige
ich die Meerjungfrau halt ein anderes Mal, werde sicher nochmals Kopenhagen
besuchen.
All zu viel Schlaf fand ich auch auf der Rückfahrt nicht, die
Schlafwagen sind einfach nicht für Leute mit 1,94m Körpergröße
ausgestattet. Wenn ich es mir so recht überlege, sind die Schlafwagen
eigentlich allgemein nicht für Leute über 1,75m ausgestattet.
Was solls, am Sonntag konnte ich den versäumten Schlaf
nachholen, was ich dann auch satte 12 Stunden lang tat
Gespannt auf die Gegner in der Gruppenphase und hoffend auf schöne
Auswärtsfahrten:
Jochen