| Cottbus ist auch Deutschland Nachhilfe mit unserer Eintracht 06.12.2004 |
Sohn: Papa, gegen wen
spielen wir denn heute?
Vater: Gegen Cottbus
Sohn: Was ist Cottbus?
Vater: Cottbus ist eine Stadt bei Berlin.
Sohn: Ist das auch Deutschland?
Vater: Ja, das ist auch 2. Bundesliga.
Sohn: Das ist ja gut.
Vater: Nein, das ist nicht gut. 1. Bundesliga ist gut.
Sohn: Ach so.
Solche und andere wertvolle Dialoge kann man auf dem Spaziergang belauschen, während man sich erwartungsvoll von der Straßenbahn zum schönsten Stadion der Welt bewegt. Wieder mal ein großer Familienausflug. Alle diese Väter, die am Sonntag ihren Söhnen und Töchtern endlich mal wieder richtig was bieten können. Und niemand quengelt, niemand ist schlecht gelaunt. Klar, es erwartet uns schließlich das letzte Heimspiel vor Nikolaus, wenn nicht sogar vor der Winterpause. Und da wollen wir auch nochmal drei Punkte sehen und geben daher alles. Neulich, vor dem Spiel gegen die andere Stadt bei Berlin, ich glaube es war Aue, sagte Alex Schur in einem Interview (am 4.11., wir erinnern uns, der Abstiegsplatz war verdammt nah...), jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Fans, die jetzt tatsächlich im Stadion sind, das sind die Fans, die mit Herzblut dabei sind. Klar Alex, da kennen wir nix! Klar zählen wir zum echten Eintrachtweizen. Obwohl, schauen wir uns den Weizen einmal näher an, und hier, liebe Kinder, gibt es wieder was zu lernen, der Weizen ist eine einjährige Pflanze, die fruchtbaren Boden braucht, um Ertrag zu bringen. Nun ja, das sehen wir mal nicht so eng, wir werden trotzdem auch nächstes Jahr noch dabei sein. Und mit dem Ertrag, das werden wir ja dann noch sehen.
Gegen Cottbus jedenfalls, das schien machbar. Und nachdem Ari jetzt auch nach anfänglichen Schwierigkeiten endlich zur Höchstform aufläuft, sah auch in der ersten Hälfte alles ganz prima aus. Und dann, plötzlich nur noch gegen 9 Cottbusser, hätte alles so einfach sein können, aber das 3:1 kostete doch noch etliche Nerven und Energie. Naja, ein bisschen Glück muss halt auch mal dabei sein. Und wir freun uns über die drei Punkte und den Aufstieg ins erste Tabellendrittel.
Wie
soll es denn jetzt eigentlich weitergehn? Also mit 22 Punkten stehen wir jetzt
auf Platz sieben. Während ich dies schreibe, führt Führt gerade
gegen 1860. Also sind wir immer noch auf Platz sieben, Duisburg währenddessen
auf Platz drei mit 33 Punkten. (Fürth aktuell 34.) Bei einem Unentschieden
wären es für Fürth dann nur 31, das ist wichtig, weil: Abstand
zum Aufstiegsplatz. Also: Aktuell 22 bis 33: elf Punkte. Das sind drei Siege
und zwei Unentschieden, wenn gleichzeitig Fürth und Duisburg immer verlieren.
Also ganz schön viel.
..
Bis zu einem Abstiegsplatz sind es nur 5 Punkte, aber in diese Richtung weiter
zu rechnen verbietet der Aberglaube, außerdem befinden wir uns im unaufhaltsamen
Aufwärtstrend, seit 5 Spielen ungeschlagen, eine kleine Serie, macht
in den letzen fünf Spielen also 11 Punkte (drei Siege, zwei Unentschieden),
also genauso viele Punkte wie in den 11 Spielen vorher. Allerdings endeten
die letzten zwei Auswärtsspiele nur Unentschieden, und am Freitag gegen
Wacker Burghausen (Wacker, wo ist nochmal Wacker?) ist Auswärts, gibt
also vielleicht wieder nur ein Unentschieden. Das wären dann also 23
Punkte zur Winterpause, bei nem Sieg sogar 25.
Gleichzeitig spielt Aachen gegen Fürth, das ist gut, weil dann nur einer von den beiden gewinnen kann ("klauen" die sich also gegenseitig Punkte, weil ja nicht alle beide drei Punkte bekommen können, haha), der Abstand zu uns wird also auf alle Fälle kleiner, das heißt, natürlich nur, wenn wir gewinnen. Was noch? Köln spielt gegen Duisburg, da gilt dann das gleiche. Wenn also Aachen verliert und wir gewinnen, hätte Aachen 31 und wir 25, dann spielen wir gegen Aachen als erstes zu Hause nach der Winterpause, und wenn wir dann gewinnen, sind wir schon bei 28 Punkten, Aachen immer noch bei 31. Da wärs dann schon garnicht mehr so weit, wenn Duisburg nächste Woche gegen Köln verliert, dann bleiben die nämlich bei 33. Gewinnt Duisburg, haben die 37, aber Köln nur 34, und am 4.2. spielt Köln im Waldstadion, das haben wir ja schon so gut wie gewonnen, denn da ist Karneval. Und wenn Köln vorher gegen Cottbus und Ahlen auch verliert, hätten die immer noch 34 Punkte, und wir gewinnen gegen den KSC, dann haben wir vor dem Spiel gegen Köln 31 Punkte und gewinnen, und schon sind wir Punktgleich.
Alles klar soweit?
Also, vor der Winterpause können wir jedenfalls mit einem Sieg in Wacker
den Abstand auf einen Aufstiegsplatz auf maximal 7 Punkte verkürzen (Wenn
Aachen verliert, bzw, wenn Fürth heute gewinnt, haben die ja einen Aufstiegsplatz
bei 33, ähh, dann sind es wenn Aachen verliert und Fürth gewinnt,
ähh, 36 Punkte für Fürth, verdammt, das sind ja immer noch
elf Punkte dann? Wenn aber heute Fürth gewinnt und nächste Woche
Aachen, kommt Aachen auf Platz drei und Fürth auf Platz vier mit 33,
und gerade hörte ich, dass München gewonnen hat, da muss ich jetzt
alles neu rechnen.
Also:
Fürth bleibt mit 30 Punkten auf Platz 4 für heute, Aachen mit 31auf
3. Wenn jetzt also nächste Woche Aachen gegen Fürth verliert, ist
Platz drei mit 34 Punkten für Fürth, dann fehlen uns, Moment, neun
Punkte zum Aufstiegsplatz. Allerding haben uns die blöden Münchener
jetzt überholt und stehen mit 23 Punkten auf Platz 6. Wir jetzt plötzlich
nur noch auf 8. (Wie kann das sein?)
Also, optimistisch gerechnet ist doch noch alles drin, weil, es gibt ja noch 18 Spieltage, wo theoretisch ja noch 54 Punkte zu holen sind, gut, die Wahrscheinlichkeit ist nicht gerade riesig, aber mit 54 plus 22, also 76 Punkten, müsste der Aufstieg zu schaffen sein. Also, Jungs: Kopf hoch und ab jetzt einfach jedes Spiel gewinnen!
Und statt Geographie sollte Papa nächstes mal lieber etwas Mathe machen mit dem Kleinen. Das ist wenigstens was fürs Leben. Und Pisa sähe bald auch ganz anders aus!
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