| Die Schuldfrage vom 09. Mai 2005 | ||||
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| 9. Mai 2005, Waldstadion, Eintracht Frankfurt - MSV Duisburg (0:1) Eigentlich haben wir alles richtig gemacht, haben wir zumindest geglaubt. Wie bei (fast) jedem Heimspiel (sind wir nicht damals gegen 1860 mit der S-Bahn gefahren?) treffen wir uns pünktlich am Hauptbahnhof, um mit der Straßenbahn zum SPiel zu fahren, tragen die selbstgestrickten Schals, trinken eine Flasche Binding, und kommen auf den letzten Drücker am Waldstadion an. Gerade noch rechtzeitig für eine schnelle Stadionwurst und vielleicht noch ein Bierchen. Alles gut, alles wie immer. Und doch war irgendwas anders... Mehr Menschen waren da. Fremde, die man in der Hinrunde nie in Stadionnähe gesehen hat! Lag es an den Temperaturen, die um einiges höher waren als noch vor ein paar Wochen? Oder am Erfolg, der bekanntlich nicht nur Männer, sondern auch Fussballmannschaften attraktiver macht? Wo waren diese Menschen im November, als die Nähe zum Abstiegsplatz auch uns etwas das fürchten lehrte? Nun ja, Schönwetter- und Erfolgsfans hin oder her, optimistische Stimmung machte sich breit am Montagabend. Ein netter Mitmensch hatte sich gar von der Oma einen Adler auf den unbehaarten Kopf malen lassen. Was sollte da noch schief gehen. Sogar Aufstiegsgespräche haben wir uns verkniffen, weil das Pech bringt. Ich bin ja nicht abergläubisch, aber man muss ja vorsichtig sein in diesen Zeiten... |
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Auf gehts also zum üblichen Waldspaziergang. Und wie immer überkommt mich der leichte Schauer beim Anblick des Waldstadions, wie es in der Abendsonne leuchtet... Die ersten Zweifel überkommen mich, als ich plötzlich ein fröhliches bekanntes Gesicht sehe. Kollege C. erzählt strahlend, dass Kollege K. ihm seine Dauerkarte geliehen hat. Nein, denke ich, das darf nicht sein! Ein Deja-vu Erlebnis. Kollege C. war erst einmal im Waldstadion, und zwar am 18. Oktober letzten Jahres. Und wie das ausging, daran erinnern wir uns nur ungern. Naja, nur gut, dass ich nicht abergläubisch bin. Und plötzlich: Noch ein bekanntes Gesicht! Direkt neben uns entdecke ich plötzlich Alex Schur, der sich mühsam auf seine Gehhilfen gestützt auf den Eingang zubewegt. Einmal Mädchen immer Mädchen, entblöden wir uns, ihn um ein Foto zu bitten, ein Wunsch, den er bisher der F&T Redaktion noch nie abschlagen konnte... Ein wenig traurig schaute er schon, als wir ihm alles gute wünschten und unsere Hoffnung beteuerten, ihn doch bald wieder spielen zu sehen. Und dann vielleicht in der ersten Liga..!? Upps, jetzt war es raus. Wir haben es ausgesprochen. Oh nein! |
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Der
Rest ist bekannt. Das 0:1 kommt plötzlich und fast unbemerkt (zumindest
von unseren entfernten Plätzen auf der Ostkurve), dass ich erst
gar nicht glaube. Die Möglichkeit zum Ausgleich vertan, Mensch
Meier, warum lässt man nicht den Arie ran? Wäre nicht nach
einem Ausgleich die zweite Halbzeit anders verlaufen? Warum, wäre
hätte, könnte, es hilft ja nichts. Aber andererseits ist ja
auch noch nichts verloren. Alles möglich. Lassen wir unseren Optimismus
nehmen? Natürlich nicht. Lassen wir dieDuisburger feiern. Nun,
und die Sache mit dem Aberglauben? Damit hatte ich noch nie was am Hut.
Ich werde einfach weiter meinen Schal tragen, weiter mein Straßenbahnbierchen
trinken, meine Stadionwurst essen, und für den 22.Mai werde ich
dem Kollegen C. eine Kinokarte schenken. Alles wird gut! |
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| P.S.: Schlechte Plätze, und auch auf dem Platz kein Spass. Da nehme ich mir doch lieber noch etwas Zeit, die Aussicht zu geniessen und das Dach zu bewundern. Wusste gar nicht, dass man von der Haupttribüne so einen hübschen Blick auf die Skyline hat. | ||||