| F&T
reist zum Auswärtsspiel ins feindliche Ausland und hat keine Freude. |

Arena heute in blau?
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.. oder posiert das
F&T Team aus Versehen... |
...in der B-Ebene des
Hauptbahnhofes? |

E ndlich am Ziel: graue Arena vor grauem Himmel. |
Organisierte Stimmung?
Gibts nicht nur in Leverkusen! |
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25.
Februar 2006, Allianzarena in München
Wenn man als Frankfurter
nach München zum Auswärtsspiel fährt, dann tut man das
natürlich mit den besten Vorsätzen, an allem etwas auszusetzen
zu haben. Diese Vorsätze wurden selbstverständlich erfüllt,
wenn ich mir auch den Ausgang des Nachmittags etwas anders vorgestellt
hatte. Mit einem Auswärtssieg habe ja nicht mal ich gerechnet, aber
mit einer 5:2 Niederlage durch nicht mal übermäßig motivierte
Bayern verhöhnt zu werden, das ist erniedrigend und tut weh.
Aber schließlich ist dies
mein erster Ausflug in die Allianzarena und ich kann mir eine gewisse
Vorfreude nicht verkneifen. Wir machen uns schon früh auf den Weg,
um vor dem Spiel noch Zeit zu haben, die angeblich so großartige
Stadionarchitektur zu bewundern. Die Deutsche Bahn macht uns jedoch einen
Strich durch die Rechnung, nachdem sie wiederholte Male auf offener Strecke
grundlos hält und die Bayernmetropole fast eine Stunde Stunde später
als geplant erreicht. Zum Glück hatte ich mich im Voraus etwas kundig
gemacht, wie man das etwas abgelegene Stadion mit öffentlichen Verkehrsmitteln
erreicht, und konnte so anderen Angereisten weiterhelfen, die von Falschaussagen
der ÖPNV-Auskunft („Do müssts die S Oans nehme!“)
leicht verwirrt waren. Die U6 nach Fröttmaning ist dann voller gutgelaunter
Frankfurter, von denen keiner von Auswärtssiegen singt. Statt dessen
bewundere ich den fröhlichen Fatalismus der Hessen, mit dem sie sich
selbst mit Reimen wie „wir singen laut, wir trinken viel, und wir
verlieren jedes Spiel“ feiern. |

Kinder und Spieler
kommen sich auch in Sachen Körpergröße näher: Copado
(links) und Mädchen (2.v.l.)
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Desorientiert
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| In
Fröttmaning angekommen , ist die Arena gar nicht so leicht zu entdecken.
Pfiffige Architekten haben bei ihren Planungen wohl den in der Stadtplanung
populären, sogenannten Chamäleon-Effekt berücksichtigt, der
es fast unmöglich macht, dass man das hellgraue überdimensionale
Schlauchboot vor hellgrauem Himmel überhaupt findet. Leicht irritiert
bin ich ob der zugigen, schmuck- und schilderlosen kahlen Fläche, die
man überwinden muss, um den Ort des Geschehens zu erreichen. Um dieses
kahle Umfeld für auswärtige Erfolgsfußballtouristen attraktiver
erscheinen zu lassen, hat sich das Stadionmarketing dafür den schönen
Namen „Esplanade“ ausgedacht. Ein Blick ins Lexikon sagt mir,
dass es sich hierbei um eine eingeebnete Fläche vor einer Festung handelt.
Aha, auch hier hat man sich Gedanken gemacht. Die Arena als Festung, wenn
das mal keinen Symbolcharakter hat! In den Stadioninformationsmaterialien
erfahre ich auch, dass sich unter ebendieser Esplanade das größte
Parkhaus Europas befindet. Ich bin beeindruckt, aber so sind sie nun mal,
die Bayern, alles muss eben größer, schneller und lauter sein.
Zum Glück
reicht die Zeit gerade noch aus, um im Presseclub vorbeizuschauen. Die
hier angebotenen Schnittchen sind ja weit über Bayerns Grenzen bekannt.
Von wegen Schnittchen, das Büffet ist reichhaltig, jedoch wird mein
Apettit leider jäh getrübt, als mich ein Frankfurter (!) Kollege
rügt, weil es sich nicht ziemt, im Pressebereich einen Fanschal zu
tragen. Meinen Kommentar schlucke ich runter, beiße mir auf die
Zunge und denke mir, was solls? Schließlich schreibe ich doch für
eine eindeutig parteiische Fanseite, warum sollte ich da meine ohnehin
bekannte Gesinnung verstecken?
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...Vogelgrippe jetzt
auch in Fröttmaning? |
Der
erste Eindruck vom Innenraum überrascht mich positiv. Die hohen, steilen
Rängelassen das Stadion kompakter erscheinen als erwartet; das Stadion
ist ausverkauft, und durch den geschlossenen Raum entsteht eine stimmungsvolle
Atmosphäre. Es dauert nicht lange, bis ich merke, dass die Stimmung
aus Frankfurt importiert wurde. Das ist nicht weiter verwunderlich, blickt
man in die eher emotionslosen Gesichter auf den Heimrängen. Als Frankfurter
ist man in dieser Hinsicht wohl etwas verwöhnt, und für den gemeinen
Münchner scheint der Stadionbesuch eher ein Pflichtausflug zum Sehen
und Gesehenwerden zu sein. Die Worte Spannung, bangen und verlieren sind
ihm zudem ohnehin fremd, wo soll da die Stimmung herkommen!?
Der gutgemeinte Versuch des FCB, diesen Mangel an Emotionen zu kompensieren,
ist nicht wirklich gelungen. Als Stdionsprecher wurde eine Art Marktschreier
engagiert, der mit unterlegtem Donnergrollen und tiefer, bedeutungsschwangerer
Stimme in die Menge raunt: „Diiiie Spiieeler sind iiiim Tunnel.
HOLT – SIE – RAUS!“ Brav klatscht daraufhin die Menge,
hinter den Toren ruft man den einstudierten Schlachtruf „Bayern“
im Echo, das Echo wird jedoch wiederum von den Frankfurtern übertönt,
die ihre eigene Antwort auf das erste „Bayern“ gefunden haben.
In Sachen Lautstärke und Leidenschaft sind die Hessen eben bekanntermaßen
haushoch überlegen.
Auf dem Platz wird die Überlegenheit ebensoschnell
deutlich, nur sind die Kräfteverhältnisse hier anders verteilt.
Auch dies ist nicht wirklich überraschend.
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...Der FCB hat die
Gefahr erkannt und kontrolliert sie aus der Luft. |
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Die
erste halbe Stunde ist mal wieder schön anzuschauen, unsere Eintracht
kämpft und rackert, wie man das von ihr gewohnt ist, und als Preuß
in der 32. Minute den Anschlusstreffer erziehlt, ist die Laune vortrefflich.
Leider hält diese nicht lange an, denn bereits eine Minute später
erziehlt Ballack das 2:1, und kurz vor der Pause schwindet die Hoffnung,
als Guerrero einen Fehler von Chris zum 3:1 nutzt.
Die Pause wollen wir nutzen,
um uns noch etwas die Details der insgesamt 120,000 m³ verarbeiteten
Beton anzuschauen. Beim Versuch, danach wieder zurück zu unseren
Plätzen zu gelangen, machen wir Bekanntschaft mit der bayerischen
Freundlichkeit des bestimmt bestens geschulten Arenapersonals: „Do
kummts Ihr net eini! Gehts do nei da wo ihr herkumma seid!“ Dank
dieser freundlichen Auskunft und unseren fortgeschrittenen Fremdsprachenkenntnissen
finden wir rechtzeitig zur zweiten Hälfte unsere übrigens ausgezeichneten
Plätze. Was folgt ist bekannt, und fast noch mehr als die ärgerlichen
groben Fehler unserer Eintracht fühle ich mich von dem Stadionschreier
belästigt, der nach jedem Tor schon fast hämisch den Namen des
Torschützen gleich drei mal herausschreit.Trotz des Anheizers und
der Anzahl der Tore, die selbst in München nicht alltäglich
ist, bleibt die Stimmung bei den Münchnern kühl, ein schwacher
Trost. Die Zuschauermoral lässt in dieser schicken Arena ohnehin
sehr zu wünschen übrig, man kommt gerne zehn Minuten nach dem
Anpfiff zu seinem Platz, dafür sind in der achzigsten Minute die
Heimränge schon wieder halb leer.
Die Pressekonferenz verläuft
zügig und unspektakulär, das Highlight sind wohl die mit adrettem
FCB-Kostüm ausgestatteten jungen Mikrofonhalterinnen. Funkel (Friedhelm
übrigens, und nicht Wofgang, lieber bayerischer Pressesprecher!)
ist enttäuscht und verärgert, Magath dagegen gibt gewohnt selbstgefällig
bekannt, dass ein solcher Ausgang das Spiels ja zu erwarten war, und dass
das Ziel ist, jetzt mal flugs die Meisterschaft unter Dach und Fach zu
bringen.
Wer nach der Lektüre
meines kleinen Auswärtsberichtes kritisiert, es handele sich hierbei
bloß um die Ergüsse einer berbitterten Eintrachtanhängerin,
der liegt natürlich völlig richtig. Aber was solls. Da schließe
ich mich mal wieder den Worten Funkels an: Nächste Woche gegen Wolfsburg
sieht das schon wieder ganz anders aus.
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Verpflegung ist in
Bayern 1a. |
Hier wird sogar der
Glühwein heiß serviert. |
Was auf den ersten
Blick aussieht wie eine Ansammlung harmloser Telekom-Mitarbeiter, entpuppt
sich bald als die geschickt getarnte Münchner Zelle des Ku-Klux-Klans. |
Am Karnevalswochenende
trägt der Münchner gerne mal eine gewagte Verkleidung.
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Kreppel werden in der
Allianzarena geschickt platziert, und selbst der freie F&T Mitarbeiter
Andi lässt sich beinahe von der Arbeit ablenken. |
Wir sind ja schließlich
nicht zum Spaß hier! |
Mutigen SGE Support
fand man sogar auf den teuren Plätzen in der Business Class.
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Unseren Torschützen,
die hier über einen umgepflügten Acker traben, tiefste Anerkennung!
Leider hat's nicht gereicht... |
Applaus gibts heute
nur für den Support. |
Schlauchbootarchitektur
wird allemein überschätzt... |
..kann aber selbst
von F&T nicht völlig ignoriert werden. |
Man sucht Trost, findet
diesen aber nicht mal auf dem Münchner Hauptbahnhof. |

Heimfahrt im Randgruppenexpress.
Endlich Bahn-Comfort Kunde!
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