Abwehrkräfte stärken ..
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Dass Adler Attila wegen der Vogelgrippe nicht mehr im Waldstadion zu sehen ist, ist vielleicht nur ein Gerücht. Bittere Realität ist jedoch, dass die Ersatzbank unserer Eintracht gestern mit Reinhard, Cha, Russ und Stroh-Engel nur eher spärlich besetzt war, denn auch Lexa und Rehmer waren wegen Grippe verhindert, dazu fiel auch Weissenberger noch wegen einer Oberschenkelverltzung aus. Langsam mache ich mir Sorgen und ich überlege, ob ich nicht einmal eine Runde Zink+C Pillen spendiere, um die Abwehrkräfte unserer Jungs zu stärken, Chris und Vasoski kriegen natürlich eine Extraportion davon ab. Hauptsache die Abwehr steht. Nun, die Hamburger haben es uns ja nicht gerade leicht gemacht. Und irgendwie war diese Niederlage besser wegzustecken als die gegen die Hannoveraner. Denn Vereinsbrille hin oder her, zumindest hat gestern die stärkere Mannschaft gewonnen, das kann man wohl nicht bestreiten. Hatte ich vorher noch eine schwache Hoffnung, die Nordlichter würden ihr schwaches Spiel der letzten Wochen vielleicht fortsetzen, schlug diese Hoffnung schnell in das allmählich wieder so vertraute Bangen um, und fast packte mich auch noch die Sorge um unseren ohnehin schon nicht durch seine Körpergröße hervorstechenden Copado, der neben dem Goliath van Buyten so unglaublich klein wirkte. Vielleicht lag es daran, dass man unseren kleinen Flinken zumindest in der ersten Hälfte nicht wirklich wahrnahm. Aber immerhin ließ sich niemand einschüchtern, nicht mal der Schiedsrichter liess sich von Barbarez foppen, und die Jungs gaben wie immer ihr bestes, aber leider hat es eben wieder einmal nicht gereicht. Ich erinnere mich, vier Punkte in sechs Spielen, das hatten wir ja schon mal, und das ist noch gar nicht so lange her, es war sogar der exakt gleiche Zeitpunkt in der Hinrunde, wenn ich mich nicht irre. Natürlich hoffe ich, dass unsere Nerven jetzt nicht wieder so arg strapaziert werden wie in der Hinrunde, denn bis zum Heimspiel gegen Duisburg möchten wir nicht warten, bis es wieder punktet. Dann wird der Unmut wieder wachsen, ein kleines bisschen fing es ja am Sonntag schon an, als von Nachbarn in meinem Block die "Kärlle" unten auf dem Rasen zwar noch recht harmlos beschimpft wurden. Nicht nur Trainer und Torwart wollten die Stammtischtrainer ersetzen und ich fragte mich zwischendurch, ob wir das gleiche Spiel gesehen haben... Aber so ist das nun mal, irgendwie wären wir ja alle gerne mal Funkel, und ich möchte nicht wissen, was dann passieren würde. Wenn ich FUnkel sein dürfte, würde ich wohl Lexa mal wieder eine Chance geben. Die Mädchen vor mir möchten eigentlich am liebsten nur noch den jungen Stroh-Engel sehen, während die Funkels hinter mir wohl als erstes den halben Kader entlassen würden, und so denke ich mir, es ist schon ganz gut, dass es nur einen Friedhelm Funkel gibt, zuviele Funkels würden ja nur den sprichwörtlichen Brei verderben, und ich glaube, er weiss schon ganz gut, was er tut. Obwohl, Lexa könnte doch vielleicht mal wieder...!? Gute Besserung an dieser Stelle übrigens, auch an die anderen. Und wieder einmal war der Heimweg durch den Wald sehr sehr still. Merkwürdig, wie manchmal über 47000 Menschen so wenig Geräusche machen können. Alles andere als still war später die Taxifahrt vom Hauptbahnhof ins Backstage. Der sympathische pakistanische Taxifahrer analysierte schnell das gesamte Spiel, von dem er zwar gerade erst von uns den Ausgang erfahren hatte, schliesslich war er "damals" auch immer dabei, und dann bekamen wir gratis noch ein nacherzähltes Uefacupspiel, eine Geschichte über Offenbächer Fahrgäste, die er, nachdem er ihre Herkunft erfuhr, doch nicht befördern wollte, und sofort wieder auf die Strasse setzte, und seine Erinnerungen an eine Fahrt mit Beckenbauer, der anscheinend gar nicht sehr gespächig war, was uns angesichts der fortgeschrittenen Logorrhoe (umgangsprachlich auch Redesucht oder Sprechdurchfall genannt, Anm. d. Red.) unseres netten Fahrers eigentlich nicht weiter erstaunte. Auf alle Fälle waren wir schon wieder recht gut gelaunt, als wir uns zur üblichen Heimspielnachlese unser wohlverdientes Bierchen bestellten. War ja schliesslich ein anstrengender Abend. Und spätestens nach dem nächsten Heimspiel habe ich auch wieder meine Besorgnis vergessen, wenn die Jungs alle wieder gesund sind, sie wieder alles geben, und sich dann auch endlich wieder ihre wohlverdienten Punkte abholen. Denn fussballspielen können sie ja eigentlich...
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