Ja Meister werden, das ist schwer!




In einem Kochbuch stünde in etwa: Man nehme die besten Spieler, die besten Fans und dann muss die Mannschaft am Ende auf Platz eins stehen. Aber
jetzt der Reihe nach. Verstärkt hat sich die Mannschaft mit Hochkarätern a la Ailton, Bordon, Kristajic, etc. Das mit den besten Fans kommt auch ganz gut
hin, wobei wir im oberen Eck einen Platz bekamen und das ist schon nicht immer einfach, die Spieler zu erkennen. Aber von unten sieht das bestimmt
überwältigend aus. So und jetzt sind wir beim Thema mit Platz eins und wie es dazu kommen könnte.
Da wir nicht ganz frei von Sympathien sind, haben wir eine Dauerkarte gegen Hannover kaufen dürfen, wahrscheinlich, weil die drei Tage später im Pokal
wieder aufeinandertreffen. Uns war´s egal, ausserdem wie sonst kommt man da rein.
Wir standen, wie gesagt, oben im Eck, Block 758 oder so? Und was uns als erstes auffiel, war das geschlossene Dach. Da witzelten wir direkt was vom
Hallenfussball und etwas diesig war der Blick ans andere Ende auch. Und zu unserer Überraschung ist es in dieser grossen Halle recht kalt. Wohl zu kalt für
unsere Blau-Weissen.
Von Beginn an versuchten die Schalker das Spiel in die Hand zu nehmen. Aber irgendwie vom Mittelfeld aus sahen die Bemühungen häufig hilflos und
ideenlos aus. Das merkten auch die Rot-Schwarzen aus Hannover und trugen so manchen vernünftigen Konter vor. Und da sah die gelsenkirchener Abwehr
auch nicht immer gut aus. So schlug die anfängliche Euphorie so schleichend in zitterige Ruhe um. Dann kam der Freistoss und alle schienen durch das Tor
von Mike Hanke erlöst. Was die letzten 20 Minuten des Spieles betrifft, so hatten die Gäste noch so manche Chance. Beim Unentschieden hätte sich wohl
keiner beschweren dürfen.
Das Spiel gibt Anlass zu Spekulationen. Souveräner Fussball sieht anders aus. Etwa wie die Bremer in der vergangenen Saison bis zur amtlichen
Meisterschaft bis auf zwei Ausnahmen alles niederwalzten, was denen auf den grünen Rasen kam. Das Ziel, den Bayern auf den Fersen zu bleiben ist mit
dem Hannoverspiel erreicht. Aber sollten die Königsblauen 2005 Meister werden, so muss sich das Spiel doch noch verbessern oder Fortuna würde arg
strapaziert.
Und sollte der ehemalige Meister der Herzen auch der Zukünftige werden, so kann der Fan schon jetzt diagnostizieren, dass es nicht an den verbleibenden
zehn Spieltagen gelegen haben möge, sondern den beiden Spielen in Rostock und in Kaiserslautern. Wer Meister werden will, muss in Rostock gewinnen
oder zumindest vom Betzenberg einen Punkt entführen. Bleibt zu hoffen, dass Mike Hanke weiter so spielt wie zur Zeit und er vielleicht auch die anderen
Spiele mit in eine Euphorie reissen kann: Etwas kreativer darf es im Mittelfeld denn schon noch zugehen. Und wenn am Ende die Bayern wieder die Nase
knapp vorn haben, dann kann sich der Fussballfan wohl nur damit trösten, dass die auch viel mehr Tore geschossen haben und dass ist ein objektives
Merkmal....
Glück auf!

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