Frustrationsmanagement...

...ist gefordert, dachte sich das F&T Team nach den kurzen Statements der Mannschaft nach dem Spiel in der Mixed Zone. "Klar sind wir frustriert!" sagte Patrick Ochs. "Auf den Tischen werden wir jetzt sicher nicht tanzen", gibt Arie van Lent zu, und Amanatidis versucht sich in Optimismus, indem er die Saison mit einem Marathon vergleicht, schließlich geht es nicht darum, einen 100m Sprint zu gewinnen. Nun ja, zumindest nicht auf den Mund gefallen, die Jungs. Aber wie geht es jetzt weiter? Der achte Spieltag und die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt.

Meine Anreise ins Waldstadion war heute eine etwas längere. In Nürnberg stieg ich mittags in den Zug, wo ich mich auf dem Bahnhof fast fühlte wie in Frankfurt. Überall um mich herum Menschen mit schwarzweissroten Schals und Trikots, und aus ihren Gesichtern sprach nicht gerade Optimismus. "Mentale Zweitligisten", sage ich zu mir selbst, als ich voller Staunen den Nürnberger Liedern lausche. "Wir steigen auf! auf! auf steigen wir..." wird da gesungen. Gut, mit zu diesem Zeitpunkt noch 3 ganzen Punkten und roter Laterne kann es eben nur noch bergauf gehen.

Standortwechsel, nach 2 Stunden ICE befinde mich nun doch wieder in der Linie 21 Richtung Stadion und wieder einmal kann mich den Unterhaltungen der Mitreisenden nicht entziehen. Die Vor- und Nachteile des Betrinkens vor oder nach dem Spiel werden heute erörtert: "Gehen wir vorher, dann ist es Motivationstrinken, nach dem Spiel müssen wir wieder Frustsaufen!" Wie gesagt, die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt, den den eigentlich von Natur aus optimistischen Frankfurter Fans eigenen Optimismus sucht man vergeblich rund um unser schönes Waldstadion. Und auch nach Anpfiff wird ihre Geduld auf eine harte Probe gestellt. Versuchte man bisher noch, die Leistung und die Bemühungen der Jungs anzuerkennen, schlichen Ari, Köhler und co. nach 90 Minuten unter lauten Pfiffen und Protesten ihrer Fans (zumindest denen, die noch nicht 10 min vor Schluss das Stadion verlassen hatten) vom Platz. Fassungslosigkeit macht sich breit. Woran liegt es nun, dass sich nach 8 Spieltagen und einer Bilanz mit 3 Toren und nach Nürnbergs Sieg über Köln endlich auch roter Laterne nicht gerade Vorfreude auf die kommenden Spiele einstellt? Ist es pure Angst, die sich (nicht nur) bei Patrick Ochs einstellt, wenn er plötzlich, nach einem 1a Pass von Meier völlig allein und nur wenige Meter vom Tor entfernt den Ball nicht in dasselbe schießt, sondern mal an die Latte, und mal völlig unkoordiniert dem Schalker Krstajic direkt vor die Füße?? Körperlich fit sind sie ja, und sie geben alles. Und das ist ja das Schlimme. Es geht einfach nichts mehr. So wie die Schreiberin dieser Zeilen in einer Saison wie dieser des öfteren von einer Schreibblockade geplagt wird, so leiden unsere Buben offensichtlich auch unter einer Art von Blockade, die sich wahrscheinlich nur durch professionelles Frustrationsmanagement beheben lässt. Mut muss wieder her, Optimismus, und Glauben an den Adler auf der Brust und sich selbst. Nun, wo soll er herkommen? Neuer Trainer? Ich weiss nicht. Wir mögen ihn ja, den Hernn Funkel, aber irgendwo müssen langsam mal Tore und ergo auch Punkte herkommen. Gerne würden wir den Buben an dieser Stelle ein paar nette Worte auf den Weg geben. Denn was hilft es schon, sie nach dem Spiel auszupfeifen, wo sie doch ohne Zweifel alles gegeben haben? Nein, da machen wir nicht mit. Aber Motivationstraining und Verliererbespaßung? Damit fühlt sich momentan selbst das F&T-Team überfordert.

 

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